Desaströse Offensivleistung in Schwabach, Aufstiegstraum rückt in weite Ferne

Gestern Abend trafen die Neustädter Jungs auf bis in die Haarspitzen motivierte Schwabacher, die seit kurzem von ihrem ehemaligen Jugendspieler Alexander Neubert, der am Sportgymnasium Jena in der JBBL spielte und im Bayernauswahlkader stand, verstärkt werden. Er sorgte nicht nur für Punkte, sondern strukturierte die Offensive und Defensive des Gegners deutlich besser als gewohnt.  Struktur – gestern ein Fremdwort im offensiven Vokabular der Neustädter. In  der Defensive hielt man noch annähernd das Niveau der letzten Spiele (62 zugelassene Punkte), bei genauerer Betrachtung fällt die Bewertung jedoch schlecht aus: Die deutlich kleineren Schwabacher holten aufgrund ihres Einsatzes zahlreiche Offensivrebounds, es wurde schlampig ausgeboxt,  selten nahm man die Verteidigungsposition ein, versuchte Rebounds ohne nenneswerten körperlichen Einsatz/Springen zu holen, phasenweise waren die Schwabacher Spieler unbewacht. Von der 24. ( Stand 24:30) bis zur 29. Spielminute (Stand 24:44) gestattete man den Schwabachern einen 14:0 Lauf. 12 Punkte davon gingen auf das Konto von hirnlosen Fouls in der Korbaktion/ aufgrund von Teamfouls.

Der Knackpunkt gestern war jedoch die Offensive. Der Ball lief nicht, die Spieler bewegten sich nicht, von der Hektik in der Halle lies man sich anstecken, passte Bälle phasenweise direkt zum Gegner oder ins Aus. Statt sich auf ein strukturiertes Offensivspiel als Team  zu besinnen, versuchte man mit Einzelaktionen den Korberfolg zu erzwingen. Es schien alles vergessen, was man sich  in den letzten Monaten als Team erarbeitet hat. Unter Druck ( extern oder im Kopf?) funktionierte nichts. In allen möglichen Konstellationen erreichte keine Fünf auf dem Feld Normalform.  Dazu kam an diesem Tag noch extremes Wurfglück bei Schwabach und das absolute Gegenteil bei unseren Jungs, aus dem Feld und von der Linie (15 von 32). Enttäuschend war aber die Einstellung einiger Spieler, ihre persönlichen Befindlichkeiten dem Team nicht unterordnen zu wollen. Vom Team, das sich immer extrem durch den Zusammenhalt und die Homogenität auszeichnete, war nach der verdienten 47:62 Niederlage bei einigen nichts mehr zu spüren. Verständlicherweise ist der Frust bei Trainer und Spielern riesig, hat man doch gestern höchstwahrscheinlich die direkte Aufstiegschance vergeben. Trotzdem heißt es jetzt erst recht, seine eigene Einstellung und Leistung zu hinterfragen, selbskritisch zu sein und zu reflektieren. Das Potential im Team ist da und groß, damit gewinnt man allerdings keine knappen Spiele! Ziel kann nur noch sein, die beiden kommenden Spiele hochkonzentriert anzugehen und vollen Einsatz aufs Parkett zu bringen und auf ein kleines Wunder zu hoffen.

4 Gedanken zu „Desaströse Offensivleistung in Schwabach, Aufstiegstraum rückt in weite Ferne

  1. Respekt an Schwabach, dass sie sich trotz (oder wegen) vergangener Klatschen so motivieren konnten. Die Halle und die Zuschauer tun ein übriges dazu. Aus solchen Niederlagen gilt es zu lernen und stärker und konstanter zurückzukommen, um Druck auf die Rivalen auszuüben – noch ist die Saison nicht um.

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